hallo{"id":99,"date":"2010-09-04T18:18:52","date_gmt":"2010-09-04T17:18:52","guid":{"rendered":"http:\/\/gruene-bag-frauenpolitik.de\/?p=99"},"modified":"2015-03-02T18:19:51","modified_gmt":"2015-03-02T17:19:51","slug":"beschluss-eigenstaendige-existenzsicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-bag-frauenpolitik.de\/?p=99","title":{"rendered":"Beschluss Eigenst\u00e4ndige Existenzsicherung"},"content":{"rendered":"<div id=\"body_layer\">\n<div class=\"style_SkipStroke_4 shape-with-text flowDefining\">\n<div class=\"text-content style_External_700_1016\">\n<div class=\"style\">\n<h3 class=\"paragraph_style_3\">Beschluss der BAG Frauenpolitik vom 4. September 2010 in Ludwigshafen<\/h3>\n<h4 class=\"paragraph_style_4\">Gerichtliche Einzelfallpr\u00fcfung im Sorgerecht erm\u00f6glichen<\/h4>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Bereits 2008 hat die Bundestagsfraktion von B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen die M\u00f6glichkeit der Erlangung des Sorgerechts f\u00fcr nicht mit der Mutter verheiratete V\u00e4ter, auch gegen den Willen der Mutter, durch eine gerichtliche Einzelfallpr\u00fcfung gefordert.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\"> Wie bereits der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte zuvor, best\u00e4tigte nun auch das Bundesverfassungsgericht unsere Beschlusslage, indem es die bisher g\u00fcltige Regelung im deutschen Familienrecht f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt. Dass es bisher keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr nicht mit der Mutter verheiratete V\u00e4ter gab, gegen den Willen der Mutter die Mitsorge an dem gemeinsamen Kind zu erhalten, auch dann nicht, wenn es dem Kindeswohl nicht entgegenstand, verst\u00f6\u00dft gegen das grundgesetzlich gesch\u00fctzte Elternrecht.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Die Bundesregierung ist nun aufgefordert, die Gesetzeslage dementsprechend anzupassen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Die BAG Frauenpolitik von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen begr\u00fc\u00dft die Entscheidung, die Rechte nicht mit der Mutter verheirateter V\u00e4ter zu st\u00e4rken, wenn diese verbindlich ihrer Verantwortung nachkommen wollen. Zugleich halten wir es aber f\u00fcr unabdingbar, jeden Einzelfall im Blick behalten, um in jedem einzelnen Fall dem Kindeswohl tats\u00e4chlich entsprechen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Nicht miteinander verheiratete Eltern erhalten derzeit ein gemeinsames Sorgerecht f\u00fcr das Kind, wenn sie sich im gegenseitigen Einverst\u00e4ndnis darauf einigen. Die nun zu findende Regelung, muss also als Antwort auf Konfliktf\u00e4lle konzipiert werden, in denen die Eltern sich aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden nicht auf ein gemeinsames Sorgerecht einigen k\u00f6nnen. F\u00fcr uns ist es dabei zentral, dass die Bedenken der Mutter, die gegebenenfalls einer gemeinsamen Sorge entgegen stehen, ernst genommen werden.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Das Sorgerecht beinhaltet auch die Sorgepflicht, die unter anderem ihren Ausdruck in der nachweisbaren Bereitschaft zu regelm\u00e4\u00dfigen Unterhaltszahlungen findet.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Denn: Wir d\u00fcrfen die Lebensrealit\u00e4t nicht aus den Augen verlieren. Nach wie vor tragen in der Regel die Frauen die Hauptverantwortung und Hauptlast bei der Sorge und Erziehung. 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen, 40 Prozent von ihnen gelten nach einer aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamtes als armutsgef\u00e4hrdet. Ursachen sind u.a. mangelnde Kinderbetreuungsangebote, fehlende Erwerbsm\u00f6glichkeiten, geringe L\u00f6hne, unzureichende Unterhaltszahlungen sowie Unterst\u00fctzung der V\u00e4ter. Die besonders schwierige Situation dieser Frauen wollen wir ber\u00fccksichtigen. Deshalb streben wir eine Regelung an, die keine Familienform benachteiligt, sondern die Lebensrealit\u00e4t mit Kindern, von der Alleinerziehenden \u00fcber die klassische Ehe bis hin zu Regenbogen- und Patchworkfamilien und das jeweilige Kindeswohl in den Blick nimmt und anerkennt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Deshalb stellt auch das BverfG fest, dass es verfassungsm\u00e4\u00dfig zul\u00e4ssig ist, die alleinige Sorge zuerst der Kindsmutter zuzusprechen, da nicht angenommen werden kann, dass jedes Kind bei der Geburt einen Vater hat, der selbstverst\u00e4ndlich bereit ist, die Verantwortung in der Sorge f\u00fcr das Kind zu tragen. Daher fordern wir, f\u00fcr den Konfliktfall \u2013 wenn ein nicht mit der Mutter verheirateter Vater das gemeinsame Sorgerecht beantragt, die Mutter dieses jedoch verweigert \u2013 die M\u00f6glichkeit einer Einzelfallpr\u00fcfung vor einem Familiengericht.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style_5\"><span class=\"style_3\">Um in der Vielf\u00e4ltigkeit der Familienformen das Kindeswohl auch wirklich in den Mittelpunkt stellen zu k\u00f6nnen, ist f\u00fcr uns eine Einzelfallpr\u00fcfung durch ein Familiengericht die geeignetste Form. Nur so wird gew\u00e4hrleistet, dass die Interessen des Kindes an erster Stelle stehen und gleichzeitig beide Eltern die Gr\u00fcnde f\u00fcr bzw. gegen eine gemeinsame Sorge darlegen k\u00f6nnen.<br \/>\nEine automatische Regelung, die beiden biologischen Eltern von Anfang an das Sorgerecht erteilt, kann dieser Komplexit\u00e4t nicht gerecht werden und wird deshalb von uns nicht bef\u00fcrwortet.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"tinyText\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"spacer\"><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"footer_layer\">\n<div class=\"bumper\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschluss der BAG Frauenpolitik vom 4. 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